So messen Sie Ihren Blutdruck richtig
Bluthochdruck gefährdet auf Dauer Herz und Blutgefässe. Umso wichtiger ist es, den eigenen Blutdruck zu kennen. Mit Geräten für zu Hause ist das kein Problem – wenn man das richtige wählt und die gängigen Fehler vermeidet.
Fachleute wie Prof. Dr. med. Isabella Sudano nennen Bluthochdruck auch den «stillen Killer». Man sieht eine Hypertonie nicht und meist spürt man sie auch lange Zeit nicht. «Die Folgen können auf Dauer aber fatal sein», erklärt die Leitende Ärztin an der Klinik für Kardiologie am Universitätsspital Zürich. «Zu hoher Blutdruck schadet den Blutgefässen und dem Herzen.» In der Schweiz ist Schätzungen zufolge jeder vierte erwachsene Mensch davon betroffen. Und viele wissen gar nichts davon.
Wenn die Gefässe auf Dauer verhärten und verdicken, kann Arteriosklerose die Folge sein, gefolgt von Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Klingt dramatisch und ist es auch. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt durch zu hohe Blutdruckwerte stark an.
Wie oft sollte man den Blutdruck messen?
Der Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für die Herzgesundheit. Jeder Mensch sollte ihn kennen und regelmässig messen – ob in der Arztpraxis oder zu Hause. Aber wie häufig ist regelmässig genug? Das ist ab 18 Jahren individuell unterschiedlich, meint Isabella Sudano:
- Kein Bluthochdruck und keine genetische Vorbelastung? Einmal pro Jahr.
- Fälle von Bluthochdruck in der Familie? Einmal pro Monat.
- Bluthochdruck neu diagnostiziert? Zwei bis drei Wochen lang jeden Tag, bis die medikamentöse Therapie gut wirkt.
- Therapie gegen Bluthochdruck gut eingestellt? Mit der Ärztin oder dem Arzt absprechen, mindestens aber einmal pro Monat.
Welche Geräte eignen sich fürs Messen zu Hause?
Regelmässig den Blutdruck zu messen ist gut – hilft aber nur wenig, wenn das Gerät nicht genau arbeitet. Die Messung in der Arztpraxis ist zweifellos am zuverlässigsten. Dem stehen gute Geräte für den Hausgebrauch inzwischen aber kaum mehr nach. «Vorausgesetzt, sie sind klinisch geprüft und validiert», erklärt Sudano. Zu erkennen ist dies zum Beispiel an der ESH-Validierung der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie oder am Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga. Nur Geräte, die zuverlässig messen, erhalten diese Siegel. Ein CE-Zeichen auf dem Gerät garantiert dies übrigens nicht.
Am Handgelenk oder am Oberarm? Wichtig ist vor allem, dass die Manschette gut sitzt und auf Herzhöhe positioniert ist. «Keines von beidem ist per se besser», sagt Sudano. «Manschetten für den Oberarm sind zwar oft etwas schwieriger anzubringen. Sie sitzen aber automatisch an der richtigen Stelle auf Höhe des Herzens.» Die Positionierung ist eine typische Fehlerquelle bei einer Handgelenkmanschette: Bei dieser sollte der Arm angewinkelt und auf dem Tisch abgelegt werden, damit sie nicht zu weit vom Herzen entfernt ist.
Typische Fehler beim Blutdruckmessen vermeiden
Vor dem Messen
Beim Messen
Nach dem Messen
Was ist der Blutdruck?
Damit Blut durch den Körper fliessen kann, muss in den Blutgefässen ein gewisser Druck herrschen – erzeugt durch den Herzschlag. Wie hoch der Blutdruck individuell ist, hängt davon ab, wie weit die Gefässe sind, vom Volumen des Bluts sowie von der Leistung, mit der das Herz Blut durch den Körper pumpt. Der obere, systolische Wert zeigt an, bei welchem Druck das Herz sich zusammenzieht und Blut ausstösst. Der untere, diastolische Wert zeigt an, bei welchem Druck sich der Herzmuskel entspannt.
Den «Weisskitteleffekt» gibt es übrigens wirklich: Wenn der Blutdruck zu Hause in Ordnung ist, in der Arztpraxis aber in die Höhe schiesst, können Nervosität oder Ängste der Grund sein. Eine 24-Stunden-Dauermessung kann solche Verzerrungen ausschliessen.